Jesusmäßig leben als Undercover-Churchie?

„Predige das Evangelium. Wenn nötig, benutze dazu Worte.“ Dieses Franz von Assisi-Zitat klingt doch ganz gut, oder? Ich finde den Gedanken, dass wir nicht nur von Gott reden, sondern auch nach seinen Geboten leben sollen, sehr hilfreich. Die Aussage scheint einen guten Leitfaden zu bieten, wie man als Churchie besonders jesusmäßig leben kann.

Aber tatsächlich gibt es zwei Probleme mit diesem Satz (ein kleines und ein großes):

Das kleine Problem: Franz von Assisi hat diesen Satz nie gesagt. Auch nicht niedergeschrieben. Und schon gar nicht getwittert. (Nice to know, aber eigentlich nicht wichtig.)

Das große Problem: Die Aussage vermittelt denEindruck, dass die Jesus-Story vor allem dadurch kommuniziert wird, dass wir ein vorbildliches Leben führen. (Wichtig to know, weil sehr entscheidend.)

In der Praxis sieht das dann oft so aus: „Ich lebe als Undercover-Churchie, bis mich jemand fragt, warum ich so ein toller Typ bin. Dann erzähle ich von Jesus… vielleicht.“ Ein Gespräch über Jesus wird so zu einer intimen, privaten Angelegenheit, die nur engsten Freunden zuteilwerden kann. Das sieht dann insgesamt so aus:

Mit dieser Methode… hmmm… nennen wir sie mal die „Ich beeindrucke dich durch mein vorbildliches Leben hoffentlich so sehr, dass du mich irgendwann anflehen wirst, dir die tiefe geistliche Wahrheit meiner unübersehbaren Erleuchtung mitzuteilen“-Methode… Mit dieser Methode gibt es leider ein ganz entscheidendes Problemchen: Sie funktioniert nicht.

Es ist eine Illusion, zu glauben, du könntest dein Leben so perfekt leben, dass deine Mitmenschen sich fragen, wie um Himmels willen du dein Leben so gut im Griff haben kannst. Die Botschaft der Bibel kommt doch genau von der anderen Seite: Gerade weil du es nicht schaffen kannst, perfekt zu leben, brauchst du Jesus in deinem Leben. Dein Versagen ist also ein viel besserer Gesprächsanlass, als deine weiße Weste.

Ich glaube, dass es eine bessere Art gibt, dein Umfeld mit Jesus bekannt zu machen. Das passende Zitat hierzu liefert Ed Stetzer (in Anlehnung an den Pseudo-Assisi): „Predige dasEvangelium. Und da es nötig ist: Benutze dazu Worte.“ Bildlich dargestellt sieht das dann so aus:

Das ist der jesusmäßige Weg: „Oute“ dich und beende dein Undercover-Christsein. Lasse die Leute von Anfang an wissen, dass du zu Jesus gehörst. (Dazu benötigt es Worte.) Dann lebe dein Leben authentisch, für jeden sichtbar… mit allen Höhen und Tiefen, mit allen Erfolgen und Misserfolgen.Und dann halte Ausschau nach Gelegenheiten, den Menschen in deinem Umfeld von Jesus zu erzählen:

  •  Wirf deinem Nachbarn eine ermutigende Postkarte ein.
  • Sag doch mal zu deinem Kollegen: „Also wenn ich Jesus nicht hätte, würde ich jetzt durchdrehen…“.
  • Sag dem Freund, der dir gerade von der schlimmen Diagnose erzählt hat: „Wenn du möchtest, kann ich gerne für dich beten.“
  • Kleb dir einen Fisch aufs Auto und erzähle jedem, dass du nicht bei Nordsee arbeitest. (Scherz)

Kurz: Sei mutig und sei kreativ. Und: Benutze Worte. Denn: Es ist viel zu schwierig, Jesu Sieg über den Tod und die Sünde der Welt pantomimisch darzustellen.

Also: Schluss mit dem ganzen Undercover-Kram. Jesus sagt: „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.“ Verstecke dein Bekenntnis zu Jesus nicht. Lass alle wissen, zu wem du gehörst.

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